Flechte

Flechte ist eine Hauterkrankung, die durch Entzündungen und Ausschläge gekennzeichnet ist. Sie kann in verschiedenen Formen auftreten und reicht von milden, lokalisierten Hautveränderungen bis hin zu schweren, ausgedehnten Läsionen. In diesem Artikel möchten wir einen genaueren Blick auf die verschiedenen Arten von Flechte, ihre Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten werfen.

Was ist Flechte?

Der Begriff "Flechte" wird in der Medizin oft als Sammelbegriff für verschiedene Hautkrankheiten verwendet, die zu Hautausschlägen und Juckreiz führen. Der medizinische Begriff „Lichen“ wird dabei verwendet, um Hautveränderungen zu beschreiben, die durch entzündliche Prozesse hervorgerufen werden. Flechte kann auf verschiedenen Körperregionen auftreten und ist in der Regel von einer charakteristischen Hautveränderung begleitet, die je nach Art und Ursache variieren kann.
Es gibt verschiedene Formen der Flechte, die sich hinsichtlich der Erscheinung, der Ursachen und der Behandlungsmöglichkeiten unterscheiden. Zu den bekanntesten Formen gehören die Lichen planus, Lichen sclerosus und Lichen ruber.

Arten von Flechte

  • Lichen planus: Lichen planus ist eine entzündliche Hautkrankheit, die sich durch juckende, flache, lilafarbene Papeln (kleine, erhabene Hautveränderungen) äußert. Die betroffenen Hautstellen sind häufig an den Handgelenken, den Unterarmen, dem Rücken, den Knöcheln und den Genitalien zu finden. In schweren Fällen kann auch die Mundschleimhaut betroffen sein, was zu schmerzhaften Geschwüren führen kann. Der genaue Auslöser für Lichen planus ist noch nicht vollständig geklärt, jedoch wird er häufig mit Autoimmunprozessen oder einer Reaktion auf bestimmte Medikamente in Verbindung gebracht.
  • Lichen sclerosus: Lichen sclerosus ist eine seltene Hauterkrankung, die häufig die Genitalregion betrifft. Sie verursacht weiße, schuppige Hautveränderungen, die im Verlauf der Krankheit verhärten und dünner werden. Lichen sclerosus kann sowohl bei Männern als auch bei Frauen auftreten, wobei die Symptome bei Frauen häufiger und ausgeprägter sind. Unbehandelt kann die Krankheit zu Narbenbildung und zu einer erhöhten Verletzlichkeit der betroffenen Hautstellen führen. Der genaue Ursprung von Lichen sclerosus ist noch unbekannt, aber es wird angenommen, dass genetische Faktoren und eine Autoimmunreaktion eine Rolle spielen.
  • Lichen ruber: Lichen ruber ist eine entzündliche Hauterkrankung, die durch das Auftreten von flachen, rötlichen Hautveränderungen gekennzeichnet ist. Diese treten oft in Form von kleinen, schuppigen Papeln auf, die meist an den Handgelenken, Knöcheln und in der Mundschleimhaut erscheinen. Lichen ruber kann auch Nägel und Haare betreffen, was zu Haarausfall und Nagelveränderungen führen kann. Der Auslöser dieser Form der Flechte ist nicht genau bekannt, jedoch wird oft ein Zusammenhang mit einer Störung des Immunsystems vermutet.
  • Flechte (Lichen) in Form von Pilzinfektionen: Bei dieser Form handelt es sich um eine Hautinfektion durch bestimmte Pilze, die als Flechten bezeichnet wird. Diese Pilze können Hautstellen infizieren und zu juckenden, schuppigen, manchmal auch verfärbten Hautläsionen führen. Besonders bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder schlechter Hygiene ist diese Art von Flechte verbreitet.

Ursachen von Flechte

Die genaue Ursache der Flechte hängt von der Art der Erkrankung ab. Es gibt jedoch einige häufige Auslöser, die mit vielen Formen der Flechte in Verbindung stehen:
  • Autoimmunprozesse: Einige Formen der Flechte, wie Lichen planus und Lichen sclerosus, werden mit Autoimmunreaktionen in Verbindung gebracht. Dabei richtet sich das Immunsystem fälschlicherweise gegen den eigenen Körper und verursacht Entzündungen in der Haut.
  • Genetische Faktoren: Eine genetische Prädisposition spielt in vielen Fällen eine Rolle bei der Entstehung von Flechte. Menschen mit einer familiären Vorgeschichte von Hauterkrankungen haben möglicherweise ein erhöhtes Risiko, selbst an Flechte zu erkranken.
  • Hormonelle Veränderungen: Besonders Lichen sclerosus tritt häufig bei Frauen nach der Menopause auf, was auf einen Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen hindeutet.
  • Medikamentöse Auslöser: Bestimmte Medikamente, insbesondere die aus der Gruppe der Betablocker, ACE-Hemmer und Antimalariamittel, können als Auslöser für Lichen planus fungieren. Auch Impfungen oder Virusinfektionen können zu einer Verschlimmerung der Symptome führen.
  • Infektionen: Einige Formen der Flechte, wie die durch Pilze verursachte Flechte, entstehen durch eine Infektion mit bestimmten Pilzen, die sich auf der Haut ausbreiten und dort Entzündungen verursachen.
  • Stress: Auch psychischer Stress wird häufig als ein Auslöser oder Verstärker der Symptome von Flechte angesehen. Stress kann das Immunsystem schwächen und entzündliche Reaktionen fördern.

Symptome von Flechte

Die Symptome der Flechte variieren je nach Art und Schwere der Erkrankung, beinhalten jedoch häufig:
  • Juckreiz: Besonders bei Lichen planus und Lichen ruber tritt starker Juckreiz auf, der die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann.
  • Hautveränderungen: Je nach Form der Flechte können die Hautveränderungen von roten, entzündeten Stellen über weiße, schuppige Flecken bis hin zu dicken, verhärteten Hautstellen reichen.
  • Schmerzhafte Läsionen: Besonders bei Lichen sclerosus können schmerzhafte Läsionen und Risse in der betroffenen Hautregion auftreten.
  • Mundgeschwüre: Bei Lichen planus können auch die Schleimhäute im Mund betroffen sein, was zu schmerzhaften Geschwüren und Schwierigkeiten beim Sprechen oder Essen führen kann.
  • Haarausfall: In schweren Fällen von Lichen ruber kann es auch zu Haarausfall kommen, insbesondere im Bereich der Kopfhaut.

Behandlungsmöglichkeiten für Flechte

Die Behandlung von Flechte hängt von der Form und Schwere der Erkrankung ab. Die meisten Formen der Flechte können mit Medikamenten und pflegerischen Maßnahmen behandelt werden, wobei in einigen Fällen eine langfristige Behandlung notwendig ist.
  • Kortikosteroide: Topische Kortikosteroide sind die häufigste Behandlung für entzündliche Formen der Flechte wie Lichen planus und Lichen ruber. Sie helfen, Entzündungen zu reduzieren und den Juckreiz zu lindern. In schweren Fällen können auch systemische Kortikosteroide verschrieben werden.
  • Immunsuppressiva: Bei sehr schweren Formen von Flechte, insbesondere bei Lichen sclerosus, können immunsuppressive Medikamente eingesetzt werden, um das Immunsystem zu dämpfen und die Entzündungsreaktionen zu verringern.
  • Lichttherapie (Phototherapie): Bei bestimmten Arten von Flechte, wie Lichen ruber, kann auch eine Lichttherapie (UVB-Therapie) helfen, die Haut zu heilen und die Symptome zu lindern.
  • Feuchtigkeitscremes: Um die Haut zu pflegen und Trockenheit zu vermeiden, können regelmäßige Anwendungen von Feuchtigkeitscremes oder -salben hilfreich sein.
  • Antimykotische Behandlungen: Bei pilzbedingten Flechteninfektionen werden antimykotische Cremes oder orale Medikamente verschrieben, um die Infektion zu bekämpfen.
  • Schmerzlinderung: Bei schmerzhaften Läsionen können schmerzlindernde Salben oder orale Schmerzmittel eingesetzt werden, um den Schmerz zu lindern.

Prävention

Da die genauen Ursachen vieler Flechtenarten nicht vollständig bekannt sind, ist eine vollständige Prävention oft schwierig. Dennoch gibt es einige allgemeine Maßnahmen, die helfen können, das Risiko für Flechte zu verringern:
  • Stressmanagement: Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder regelmäßige Bewegung können helfen, stressbedingte Schübe zu verhindern.
  • Gesunde Hautpflege: Regelmäßige Pflege der Haut mit feuchtigkeitsspendenden Lotionen kann helfen, die Hautbarriere zu stärken und Trockenheit zu vermeiden.
  • Vermeidung von Reizstoffen: Hautreizende Substanzen, wie aggressive Chemikalien oder enge Kleidung, sollten vermieden werden.