Der tägliche Kampf wach zu bleiben
MedPort - Thema des Monats - Schlafmedizin - Der tägliche Kampf wach zu bleiben
 
  
 
 

"Das schlafende Leben ist ein Geheimnis, das man nicht stören mag", schreibt ein Philosoph. Doch die moderne Technik weiß, daß gerade im Schlaf große Gefahren lauern: Schlafbezogenen Atmungsstörungen (SBAS) sind die Geheimnisse, die es medizinisch zu erforschen gilt. Die   häufigsten Ausprägungen der SBAS sind das obstruktive Schnarchen und die obstruktive Schlafapnoe. Neueste wissenschaftliche Untersuchungen belegen, daß rund eine halbe Million Menschen in Deutschland an dieser Krankheit leiden, davon jeder 10. Mann zwischen 30-60 Jahren. Bei Frauen tritt die OSA vor allem in den Wechseljahren auf. Tatsächlich gibt es auch bei Kindern relativ häufig Atemstörungen im Schlaf, die sich durch lautes Schnarchen, unruhigen Schlaf und seltener auch durch richtige Atemstillstände verraten. Die Ursache liegt allerdings meist in vergrößerten Polypen oder Mandeln.

Die "Schlafapnoe" führt nicht nur zu einer Reduktion der Lebenserwartung, sondern auch zu einer Verschlechterung der Lebensqualität der betroffenen Personen. Besonders von den kardiovaskulären Risiken wie Bluthochdruck (ein Drittel aller Hypertoniker sind Apnoiker), nächtliche Herzrythmusstörungen und Herzmuskelschwäche geht eine vitale Gefährdung des Patienten aus. Desweiteren sind Schlaganfälle (Hirninfarkte) und erhöhtes Unfallrisiko durch Übermüdung mögliche Folgeerscheinungen.

Von "Schlafapnoe" spricht man, wenn bei chronischen Schnarchern plötzlich der Atem während des Nachtschlafes für mindestens zehn Sekunden bis hin zu ganzen zwei Minuten stillsteht. Solche "Erstickungsanfälle" können bis zu 600 Mal pro Nacht auftreten. Eine gesundheitliche Gefährdung liegt dann vor, wenn während der normalen nächtlichen Schlafzeit mehr als zehn dieser Atemstillstände pro Stunde auftreten. Oftmals wird die Schlafapnoe vom Ehepartner wahrgenommen, der durch das laute Schnarchen in der Nacht erwacht und die Atemstillstände beobachtet. Doch nicht immer werden diese Anzeichen Ernst genommen. Wer wissen möchte, ob er an Schlafapnoe leidet, sollte folgende Symptome beachten: lautes, unregelmäßiges Schnarchen, ein oft explosionsartiges Lufteinziehen, heftige Körperbewegungen und Ringen nach Luft. Der Schlaf ist nicht erholsam, ein Gefühl der Zerschlagenheit tritt auf. Nach dem morgendlichen Erwachen treten häufig Kopfschmerzen und depressive Verstimmungen auf, begleitet von einer Beeinträchtigung der intellektuellen Fähigkeiten, Tagesmüdigkeit und einer hohen Einschlafneigung.

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Diagnostiziert werden kann die Schlafapnoe mit MESAM®, einem handlichen, ambulanten Registriergerät, das der Patient beim Arzt angelegt bekommt und für eine Nacht mit nach Hause nimmt. Gemessen werden die Schnarch- und Atempausen, die Sauerstoffsättigung im Blut, die Schlafunruhe des Patienten und die Herzfrequenz. Falls eine weiter Abklärung notwendig ist, wird der Patient in ein   Schlaflabor geschickt.

Die Behandlung der Schlafapnoe umfaßt Allgemeinmaßnahmen wie Vermeidung der Risikofaktoren Übergewicht, Alkohol und Nikotin etc. und die medikamentöse, mechanische oder chirurgische Therapie. Leichte bis mittelschwere Apnoen sprechen auf medikamentöse Behandlung mit Theophyllin an. Bei ausgeprägter Schlafapnoe ist die nasale CPAP-Behandlung (continuous positive airway pressure) nach heutigem Kenntnisstand allen anderen Therapieverfahren überlegen. Hierbei wird durch eine Nasenmaske mit leichtem Überdruck Raumluft angeboten. Durch den Luftstrom wird der Rachen des Patienten freigehalten und die Apnoen verschwinden

Der Betroffene kann sich sowohl an seine Hausarzt (z.B. Internist, Pneumologe, HNO-Arzt, Neurologe) oder direkt an ein Schlaflabor wenden. Das häufige Auftreten dieser Erkrankung und deren medizinische Bedeutung wurde erst in den letzten Jahren erkannt. Je früher die Schlafapnoe diagnostiziert und therapiert wird, umso besser sind die Aussichten, die mit der Erkrankung einhergehenden Beschwerden und Folgeerkrankungen zu bessern, oder sogar völlig zu beseitigen.

Eine ausführliche Informationsbroschüre für Betroffene wird kostenlos von MAP Medizintechnik für Arzt und Patient (Postfach 1525, 82144 Martinsried abgegeben. Viele weitere Informationen finden Sie im Internet (http://www.map-med.com/). unsere Buchtipps

letztes Update: 20.02.2005
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