Externe Defis: Laienretter auf dem Vormarsch
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  Täglich sterben circa 350 Menschen in Deutschland am „plötzlichen Herztod“. Diese Zahl könnte deutlich reduziert werden, wenn geschulte Laien gezielt mit einem automatisierten externen Defibrillator (AED) ausgestattet werden.

Der „plötzliche Herztod“ wird meistens durch eine Herzrhythmusstörung, d.h. ein zu schnell, jedoch ineffektiv schlagendes Herz verursacht. Die Auswirkungen einer solchen Störung sind gravierend, denn sie reichen vom „Herzkammerflattern“ über das „Herzkammerflimmern“ bis hin zur fehlenden Herzaktion.

Die plötzliche Rhythmusstörung führt zur Einschränkung der Pumpleistung des Herzens, wodurch der Organismus nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt wird. Das führt zur Bewusstlosigkeit und der Puls ist nicht mehr tastbar. Durch die gezielte Abgabe von Elektroschocks über die zwei Elektroden des Defibrillators können Betroffene wiederbelebt werden.

Einem bewusstlosen Patienten mit Verdacht auf einen Herzstillstand werden zwei Elektroden auf die Brust geklebt, über die ein EKG abgeleitet werden kann. Wie auf den Elektroden beschrieben, wird die eine rechts oberhalb des Brustbeins (alternativ unterhalb des Schlüsselbeins), die andere linksseitig am Brustkorb plaziert. Nach der Analyse des Herzrhythmus gibt eine automatische Stimme den Ersthelfern Anweisungen zum weiteren Vorgehen.

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Das Gerät kann mit ziemlicher Sicherheit einen Herzstillstand von anderen Zuständen der Bewusstlosigkeit wie z.B. Unterzuckerung oder Epilepsie unterscheiden.

„Externe Defibrillatoren bieten die Möglichkeit einer sofortigen Lebensrettung. Deshalb wäre es wünschenswert, dass diese Geräte bundesweit flächendeckend zum Einsatz kommen,“ so Dr. Josef Assal, Notarzt am Schwabinger Krankenhaus in München und Mitglied im Gesundheitsforum Medizinprodukte und Innovation.

Gerade bei Sportunfällen, in der U-Bahn oder im Gedränge der Stadt ist der Notarzt meist nicht sofort zur Stelle, aber jede Minute ist für die Lebensrettung eines Herzpatienten entscheidend. Einige öffentliche Plätze wie Banken und Fitnesstudios gehen bereits mit gutem Beispiel voran. Sogar Münchens Oberbürgermeister Christian Uhde führt einen externen Defi in seinem Dienstwagen mit und ließ sich für den Notfall von Fachpersonal ausbilden.

Nur zuvor geschulte Personen haben Zugriff auf einen externen Defi und dürfen diesen auch benutzen. Für eine Schulung am Defibrillator werden Kenntnisse in Erster Hilfe vorausgesetzt. Eine erfolgreiche Einweisung wird durch spezielle Ausbilder zertifiziert und muß jährlich wiederholt werden.

Große deutsche Hilfsorganisationen arbeiten an einem bundesweiten Angebot solcher Kurse.

Das Gesundheitsforum Medizinprodukte und Innovation, in dem sich führende deutsche Fachärzte zusammengeschlossen haben, regt in diesem Zusammenhang an, innovative Therapien zu prüfen und gesetzliche Rahmenbestimmungen zu schaffen, die einen effektiven und kontrollierten Einsatz solcher Therapieformen ermöglichen.

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letztes Update: 20.02.2005
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