Diabetisches Fußsyndrom
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Datum: 09.12.2002
Quelle: idw
Pressestelle: Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Diabetisches Fußsyndrom


Etwa vier bis acht Millionen Menschen in Deutschland sind von der Zuckerkrankheit betroffen. Damit gehört dieses auch als Diabetes mellitus bezeichnete Leiden zu den häufigsten Stoffwechselerkrankungen überhaupt. Als Komplikation dieser Volkserkrankung stellt sich bei unzureichender Behandlungsqualität sehr häufig das so genannte Diabetische Fußsyndrom ein, dessen Folgen von Infektionen und Druckschädigungen bis hin zur nötigen Amputation von Gliedmaßen reichen können. Allein in Deutschland werden jedes Jahr zirka 28.000 diabetesbedingte Amputationen registriert. Wie dieses Schicksal durch gezielte Behandlungsmaßnahmen verhindert werden kann, wird am Samstag, 14. Dezember 2002, bei einer fachübergreifenden Fortbildungsveranstaltung am Universitätsklinikum Münster (UKM) erörtert.

Zahlreiche Studien zeigen, dass das Diabetische Fußsyndrom keinesfalls eine schicksalhafte Folgekomplikation der Zuckerkrankheit darstellt, sondern durch geeignete Maßnahmen effektiv verhindert werden kann. Dabei arbeiten die Vertreter der unterschiedlichen Fachdisziplinen, die in die Behandlung des Zuckerkranken einbezogen sind, eng zusammen. Dazu zählen neben Allgemeinmedizinern, Internisten und Orthopäden unter anderem auch Augenärzte und Neurologen. Wie bei der von 9 bis 12.30 Uhr in der Klinik für Technische Orthopädie und Rehabilitation des UKM stattfindenden Veranstaltung deutlich werden wird, bedürfen auch bereits eingetretene Schädigungen einer gezielten Therapie, um eine drohende Amputation noch rechtzeitig abzuwenden.

Ausgerichtet wird die Tagung von der Medizinischen Klinik und Poliklinik B unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfram Domschke und der Klinik für Technische Orthopädie und Rehabilitation des UKM unter der Leitung von Prof. Dr. Hans Henning Wetz in Kooperation mit der Akademie für Ärztliche Fortbildung der Ärztekammer Westfalen-Lippe. Nach der Begrüßung und Einführung in die Thematik durch Prof. Dr. Karin Hengst von der Medizinischen Klinik B gibt der ebenfalls an dieser Klinik tätige Mediziner Dr. Reinhold Gellner zunächst einen Überblick über den aktuellen Stand der Epidemiologie des Diabetischen Fußsyndroms und die Pathomechanismen, die zu dieser Folgekomplikation bei Diabetikern führen.

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Die heutigen Möglichkeiten der Diagnostik sowie die Therapiestrategien aus internistischer Sicht wird sodann Prof. Dr. Hendrik Lehnert, Direktor der Klinik für Endokrinologie und Stoffwechselkrankheiten im Zentrum für Innere Medizin der Universität Magdeburg erläutern. Über technisch-orthopädische Strategien zur Behandlung und Entlastung drohender und bereits eingetretener Komplikationen berichtet im weiteren Verlauf Prof. Wetz. Er wird in diesem Zusammenhang auch moderne operative Therapieverfahren vorstellen. Ein wesentlicher Bestandteil im Behandlungskonzept ist auch die nach korrekt durchgeführter mikrobiologischer Diagnostik einzuleitende Antibiotikatherapie. Über dieses Thema wird Dr. Frank Kipp aus dem Institut für Medizinische Mikrobiologie des UKM informieren.

Im Anschluss an die Referate erfolgt jeweils eine ausführliche Diskussion und ein Erfahrungsaustausch mit dem Auditorium: Abschließende Falldemonstrationen mit Patienten werden das Ineinandergreifen der interdisziplinären Diagnose- und Therapieschritte praxisnah veranschaulichen. Ziel der Tagung ist es, dem praktisch tätigen Arzt Anregungen zur Betreuung seiner eigenen Patienten zu geben.

letztes Update: 13.08.2020
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