Atemwege im Visier
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Datum: 19.02.2001
Quelle: idw
Pressestelle: Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung

Atemwege im Visier


Erkrankungen der Atemwege treten immer häufiger auf. Am Fraunhofer-Institut in Hannover wird untersucht, wie Pollen, ultrafeine Partikel oder Stickoxide auf die Atemwege wirken und inwieweit neue Medikamente bei Allergien und Atemwegserkrankungen anschlagen.


Im Inhalationszentrum untersuchen Mediziner wie sich Stäube und Gase auf die Atemwege auswirken - in Ruhe oder bei einer Jogging-Runde auf dem Laufband. © Fraunhofer ITA Atemwegserkrankungen haben in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. In Deutschland leidet schon fast jeder Zehnte an Asthma. Auch Allergien wie Heuschnupfen sind auf dem Vormarsch. Die volkswirtschaftlichen Kosten für atemwegsbedingte Krankheitsausfälle sind enorm - in den USA beispielsweise jährlich 14 Mrd Dollar. In Deutschlands erstem Inhalationszentrum am Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Aerosolforschung ITA in Hannover untersuchen Wissenschaftler gemeinsam mit der benachbarten Medizinischen Hochschule, wie sich feine Stäube oder Allergene - beispielsweise Pollen -, aber auch Abgase und Ozon auf Bronchien und Lunge auswirken. In welchen Konzentrationen oder Kombinationen sind sie gesundheitsschädlich? Oder: Hemmen neue Medikamente gegen Asthma und Allergien tatsächlich Entzündungen?

Kernstück des Zentrums sind drei Inhalationsräume. »In diesen Räumen stellen wir unterschiedliche Umweltsituationen nach«, erklärt der Leiter des Inhalationszentrums, Prof. Dr. med. Norbert Krug. »Es ist möglich, Temperaturen von -10 °C bis + 30 °C ebenso einzustellen wie Luftfeuchtigkeiten von sehr trocken bis Nebel. Außerdem können wir verschiedene Atmosphären simulieren - etwa den Pollenflug auf einer Sommerwiese, die schlechte Luft in der Nähe einer Stadtautobahn oder die mit feinen Stäuben belastete Luft in einer großen Fabrikhalle.« Dazu werden die Inhalationsräume mit Luft versorgt, die Stäube, Ozon, Schwefeldioxid, Stickoxide oder Pollen in entsprechenden Konzentrationen und Kombinationen enthalten. Diese Luft atmen dann freiwillige Versuchspersonen - meist Studenten - ein. Ein zweiter Raum dient als Referenz - hier werden der Luft keine Stoffe zugesetzt. Das Inhalationszentrum ist wie eine kleine Klinik ausgestattet: Sämtliche allergologische und lungenärztliche Untersuchungen sind hier möglich. Denn die Mediziner untersuchen in klinischen Studien auch die Wirksamkeit neuer Medikamente für Asthma, Heuschnupfen und chronische Bronchitis.

Das Inhalationszentrum liefert wichtige Daten, etwa wie Reizgase, Luftschadstoffe, feine Stäube und Allergene auf die Atemwege wirken, welche Krankheiten sie auslösen und wie Atemwegserkrankungen effektiver behandelt werden können. Diese Informationen helfen, Grenzwerte festzulegen, Arbeitsplätze sicherer zu gestalten und Therapien zu verbessern. Damit uns die Luft, die wir einatmen, nicht krank macht.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. Norbert Krug
Telefon: 05 11/53 50-6 02
Fax: 05 11/53 50-6 20
krug@ita.fhg.

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letztes Update: 17.12.2017
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