Fünf Minuten können entscheiden
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Datum: 18.01.2001
Quelle: idw
Pressestelle: Klinikum der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Fünf Minuten können entscheiden


Ein Schicksal, das jeden von uns treffen kann. 300 000 Menschen erleiden Jahr für Jahr Hirnverletzungen durch Unfälle. Von der Klinik für Neurochirurgie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wird derzeit eine bundesweite Multicenterstudie zur Versorgung des mehrfach verletzten Patienten koordiniert, die vom "Kuratorium für Unfallverletzte mit Schäden des zentralen Nervensystems (ZNS) e.V. unter Vorsitz von Hannelore Kohl finanziell unterstützt wird.

"Im Vordergrund steht die Frage, wie der schwerstverletzte Patient optimal so versorgt werden kann, dass nicht Unwichtiges zuerst getan wird und die lebensrettenden Maßnahmen zu spät kommen", erklärt Professor Raimund Firsching, Klinikdirektor für Neurochirurgie der Uni Magdeburg. Da eine Verzögerung der Versorgung des Schwerstverletzten von fünf Minuten im entscheidenden Fall mehr Schaden anrichten kann, als in fünf Jahren der Rehabilitation wieder gut zu machen sei, kommt diesen Untersuchungen eine große Bedeutung zu. Im Einzelfall sind diese Entscheidungen recht schwierig zu treffen und auch die Lehrmeinungen weichen voneinander ab. In der Multicenterstudie werde zunächst untersucht, so Firsching, wie die Praxis an den einzelnen Universitätskliniken und großen versorgenden Kliniken Deutschlands sei.

Die aus 26 neurochirurgischen Kliniken zwischen Kiel und München kommenden Experten werden beim Treffen am 19. Januar 2001 in Magdeburg diskutieren, inwieweit aus den gesammelten Daten Empfehlungen ausgesprochen werden können, die wissenschaftlich begründet sind. Dazu gehört beispielsweise die Zeitdauer, bis wann ein Schwerstverletzter in einem Klinikum eingeliefert wird, welche Maßnahmen dort zuerst getroffen werden, welche Verletzungen sind lebensgefährlich, welche Verletzungen können auch mit aufgeschobener Dringlichkeit behandelt werden.

Koordiniert wird die Multicenterstudie von der Klinik für Neurochirurgie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Die Datenauswertung erfolgt über das Uni-Institut für Biometrie und Medizinische Informatik. In der Zwischenzeit nehmen bereits 14 Kliniken, vornehmlich Universitätskliniken aus ganz Deutschland an dieser Studie teil.

Weitere Auskünfte erteilt gern: Prof. Dr. Raimund Firsching, Tel. 0391/ 67

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letztes Update: 05.08.2020
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